Unwort des Jahres - Die »Döner-Morde«
Da hat ja die Sprachkritische Aktion ja mal wieder einen Volltreffer gelandet. Wenn ein Begriff des Jahres 2011 das Prädikat »Unwort« verdient hat, dann die Dönermorde. Dabei spiegelt der Begriff nur die Spitze des Eisbergs dar: Die Sonderkommissionen der ermittelnden Kriminalpolizeien hießen durchgängig »Bosporus«, die dann primär im Bereich der »Wettmafia« und »Halbmond-Mafia« ermitellten, lässt tief in die Gedankenwelt bundesdeutscher Ermittlungsbehörden blicken.
Wahrlich, ein würdiges Unwort.
Wobei die zweitplatzierten auch nicht von schlechten Eltern sind. Merkels Idee von einer »Marktkonformen Demokratie« lässt es mir eisig den Rücken runter laufen. Erst der Markt, dann die Demokratie? Dieser Begriffe steht wirklich in einer schönen Tradition an Worten, die den Menschen Markt und Wirtschaft unterordnen. Klassiker sind hier immer noch das »Humankapital« (2004) und die »Entlassungsproduktivität« (2005).
Obwohl mein Lieblingsbegriff sind nachwievor die »Intelligente Wirksysteme«.
»Die Was?« Wird sich jetzt der eine oder die andere fragen. Wirksysteme ist der nette Begriff, den sich die Rüstungsindustrie für Waffen präzieser Munition bzw. den tötenden (wirkenden) Teil einer Waffe ausgedacht haben. Ein intelligentes Wirksystem ist demnach intelligente Munition. Nett was?


