In zwei Wochen geht es den 75 Watt Birnen an den Kragen
Der Wahnsinn geht weiter. Ab September wird auch die Produktion und der Import von klaren 75 Watt Glühbirnen verboten, die nicht der Energieeffizenzklasse C entsprechen. Es ist einfach zum kotzen. Je mehr uns dieses Birnenverbot drangsaliert, desto mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass die angeblichen Energiesparleuchten auch nicht ein Kilogramm CO2 einsparen helfen werden.
Die teilweise desaströsen Testergebnisse der als Ersatz für die Glühbirne gedachten Kompaktleuchtstoffröhr vulgo Energiesparleuchte durch die Zeitschrift Ökotest scheint sich auf 2010 erneut zu bestätigen. Aktuelle Test attestieren den Leuchtstoffleuchten drastische Qualitätsunterschiede. Gerade die Billigheimer unter ihnen leuchten eher düster, die Qualität ihres Lichts ist auch unter aller Sau, von der mangelnden Haltbarkeit, der immerhin als Sondermüll zu entsorgenden Leuchtmittel, braucht man erst gar nicht reden.
Neuerdings scheint sich aber auch noch ein anderer Effekt zu verstärken, der das Verbot der Glühbirne und der Wechsel auf die Leuchtstofffunzeln komplett schwachsinnig erscheinen lässt. Statt wie früher die Birne immer an zu schalten, wenn sie benötigt wird, und sofort wieder auszuschalten, wenn nicht, werden die neuen Leuchten oft einfach angelassen, schließlich verbrauchen sie ja so wenig Strom. Außerdem spart man dadurch die ein bis zwei Minuten, bis die Röhren ihre volle Helligkeit erreicht haben. Verständlich: Wer will schon eine Treppe im Schummerlicht herunter klettern?
Natürlich gibt es auch gute und hochwertige Energiesparleuchten, nur kauft die kaum jemand. Im Baumarkt landet eher der billige No-Name Chinaimport für 75 €-Cent im Einkaufswagen als die wirklich gute Markenware, die nicht nur (fast) sofort volle Helligkeit bietet, lange hält und eine gute Lichtqualität bietet. Klar, unter 6€ bis 15€ ist die natürlich nicht zu kriegen, kommt aber auch nicht an das schöne Glühbirnenlicht ran.
Wer allerdings in letzter Zeit genauer den Worten der Industrie lauschte, wird sich verwundert den Schmalz aus den Ohren gepuhlt haben. Die Kompaktleuchtstoffröhre sei nur ein Übergangsprodukt, heißt es dort. Erstaunlich wenn man bedenkt, dass die erste Kompaktleuchtstoffröhre, die Philips SL, bereits 1980 auf den Markt kam. 30 Jahr sind für ein Übergangsprodukt dann doch etwas viel, oder.
Die Zukunft, so die Industrie, gehöre der LED. Und in der Tat hat sich im Bereich der LED-Technik in den letzten Jahren viel verändert. So bekommt man eher eine dimmbare Hochvolt (230V~) LED-Leuchte als eine dimmbare Energiesparlampe. Und auch die Lichtqualität kann beeindrucken. Gerade unter den Power-LEDs gibt es Exemplare mit brillanten Licht, welches nichts mehr mit den ersten blassbläulichem Geschimmer der ersten (pseudo) weißen LEDs gemein hat.


