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Quake 2 im Browser

Hier mal wieder ein echtes Nerd-Thema: Quake 2 läuft nativ im Google Chrome Browser, wie das Video unter diesem Text zeigt.

Warum ist das interessant?

Viele Technik-Geeks, wie ich, werden in erster Linie die technische Leistung bewundern. Auf der Projektseite des Quake 2 Ports lässt sich der Stolz der Entwickler kaum überlesen. Immerhin haben sie es fertig gebracht, eine WebGL basierte Rendering-Engine gebaut, die Netzwerkschicht für Multiplayer portiert und sogar ein kleines Pseudodateisystem entwickelt, mit dem sich Spielstände sichern lassen. Wenn ich mich mal langweilen sollte, werde ich wohl mal versuchen, dass Ding auf meinem Rechner zum laufen zu bekommen.

Neben der technischen Seite hat das Ganze meiner Meinung nach aber auch einen branchenspezifischen Aspekt. Was Google mit dem Spiel zeigt, ist die Möglichkeit, komplexe Anwendungen in ihrem Browser laufen zu lassen. Moment, war da nicht was?

Richtig Google Chrome OS, Googles Idee von einem Webbetriebssystem, dass sich primär auf ihren Browser stützt. An dieser Stelle wird die Sache pikant. Denkt man die Sache konsequent weiter, landet man bei einem Konzept, bei dem der PC und sein Betriebssystem kaum noch eine Rolle spielt. Warum bauen Firmen wie Google, Amazon oder auch Microsoft massenweise Cloud-Computing Kapazitäten auf? Zum Spaß wohl nicht. Doch was, wenn plötzlich unsere tagtäglichen Anwendungen nicht mehr nativ auf unseren Klapperkisten unterm Schreibtisch, sondern nur noch auf einem Webpad, Mobiltelefon oder ThinClient liefen und die dicke stromfressende Kiste nicht mehr benötigt wird?

Ich bin eigentlich kein Verschwörungstheoretiker, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Teil der IT-Industrie genau dort hin will. Google auf alle Fälle. Google Wave, Google Mail, Google Maps oder Google Text & Tabellen zeigen, wo die Reise hingeht. Ob wir das aber wollen und auch sollten, wage ich aber zu bezweifeln.