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Emanzipation mal anders

Es ist erschütternd und furchtbar: 39 Menschen sind gestorben und über 70 liegen noch verletzt in den Krankenhäusern. Das sind die schlimmsten Auswirkungen der feigen Selbstmordattentate, die gestern in zwei Moskauer U-Bahn-Stationen verübt wurden.

Sogenannte "schwarze Witwen" sollen die Anschläge durchgeführt haben, Witwen und Mütter von getöteten islamischen Männern. Nun scheint sie plötzlich da zu sein: die Emanzipation der Frau in der fundamentalistisch-islamischen Weltordnung - zumindest wenn es ums Sterben und Töten geht. Das klingt jetzt zynisch - und ist es leider auch.

Das russische Regime scheint die Stimmung mit kernigen Sprüchen weiter anzuheizen und treibt die Spirale der Gewalt damit weiter. Putin will beispielsweise die Terroristen "aus der Kanalisation kratzen".

Eine Meldung entbehrt dabei allerdings nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik. Auf tagesschau.de ist folgendes zu lesen:

Im Föderationsrat, dem Oberhaus des russischen Parlaments, wurden Rufe nach Wiedereinführung der Todesstrafe laut. "Das ist unsere Reaktion auf die tragischen Ereignisse von gestern", sagte der Vorsitzende des Justizausschusses, Anatoli Kyskow, laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Ich bin mir sicher, die Selbstmordattentäter dieser Welt lassen sich durch die Androhung der Todesstrafe beeindrucken und überlegen es sich noch mal, bevor sie sich selbst und möglichst viele unbeteiligte Zivilisten in die Luft sprengen! Dieser Anatoli Kyskow muss ja ein wahrer Raketenwissenschaftler sein...